Warum unterstützen Sie SETI?
Weil uns ein Kontakt zu fremden Intelligenzen einen Spiegel vor unsere Augen halten würde, deren Blick stets von intellektuellen Scheuklappen eingeengt ist. Wir wären gezwungen, unsere Existenz auf diesem Planeten und unseren Standort im Universum komplett neu zu überdenken. Es wäre ein dramatisches Ereignis, tatsächlich das dramatischste Ereignis der Menschheitsgeschichte. Ein Kontakt würde uns Bescheidenheit, Respekt und Ehrfurcht vor dem irdischen Leben lehren. Daher betrachte ich die Suche nach Radiosignalen von außerirdischen Zivilisationen nicht nur als das größte Abenteuer der Menschheitsgeschichte, sondern auch als eine Notwendigkeit in der Evolution. Wir müssen den Kontakt herstellen, um uns vor unserer eigenen Dummheit zu retten – bevor wir uns also selbst vernichten.
Wie stellen Sie sich den Kontakt vor?
Es wird über Nacht passieren. Wir werden morgens im Frühstücksfernsehen Bilder von einer Pressekonferenz in einem amerikanischen Radioobservatorium oder im Weißen Haus sehen. Der Präsident wird den Menschen versichern, dass kein Grund zur Beunruhigung besteht. Ein Radioastronom wird dann die wissenschaftlichen Details einer Meute von sensationslüsternen Journalisten erklären, die die Story des Jahrtausends schreiben und senden wollen. Unwahrscheinlich ist, dass wir Bilder von gewaltigen Raumschiffen im Fernsehen sehen, so wie in Independence Day. Ein physischer Kontakt ist äußerst unwahrscheinlich. Der Kontakt durch SETI ist also das wahrscheinliche Szenario. Radioastronomen eines SETI Programms werden vielleicht in naher Zukunft Signale von einem gar nicht so weit entfernt gelegenen Stern empfangen. Es werden vielleicht Signale sein, die uns verraten, dass dort draußen eine Gesellschaft existiert, die, wie wir, über die Technologieschwelle der Radiowellenübermittlung gestolpert ist und nun tagtäglich Rundfunk- und Fernsehsignale ins All hinaus posaunt. Vielleicht ist es sogar eine Radiobotschaft – dann wären die Folgen nicht abzusehen und sogar gefährlich, denn fortgeschrittenes Wissen von einer fremden Gesellschaft könnte unser Weltbild so sehr ankratzen, dass unsere Existenz bedroht ist. Man erinnere sich an die Folgen für die Indianer nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Die Menschheit verrät ihre Existenz seit der Erfindung des Radios im Jahr 1895 durch Guglielmo Marconi. Wir können nur hoffen, dass dort draußen in diesem Sternendschungel keine galaktischen Tiger umherstreifen, die durch unser elektromagnetisches Gebrüll aufmerksam werden.
Glauben Sie an UFOs?
Ich glaube, dass es so etwas gibt. Das bedeutet für mich aber nicht, dass UFOs Vehikel von außerirdischen Intelligenzen sind – dafür sind die kosmischen Distanzen zu groß. Es wäre auch unlogisch, über Generationen hinweg auf eine Sternenreise aufzubrechen, deren Erfolg vollkommen ungewiss ist – es sei denn, man ist gezwungen, den Heimatplaneten zu verlassen, weil die Sonne stirbt und deswegen gezwungen ist, andere Planeten zu kolonisieren. Ich habe mich lange und intensiv mit dem Thema beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass es keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gibt, dass UFOs Raumschiffe von außerirdischen Intelligenzen sind. Meiner Ansicht nach sind UFOs aeronautische Geheimprojekte der Regierungen oder Naturphänomene, die die heutige Wissenschaft – die Atmosphären- und Plasmaphysik, die Meteorologie – noch nicht erklärt hat. Wir glauben stets, dass wir alles wüssten. Aber dem ist nicht so: zum Beispiel sind 90% der irdischen Meere unerforscht. Wir wissen über den Mond mehr als über die Tiefsee. Aber – letztendlich weiß ich nicht, was UFOs wirklich sind. Ich bin kein Dogmatiker. Es würde mich jedoch sehr erstaunen, wenn es wirklich außerirdische Raumschiffe wären.